Millioneninvestition in Geyersdorf

Junger Unternehmer startet durch

Es ist erst wenige Tage her, dass in der Produktionshalle der Annaberger Feuerverzinkungs-GmbH die ersten Abfallbehälter das Zinkbad verlassen haben. Mit 18 Mitarbeitern begann Christian Metzner, mit seinen 25 Jahren wohl einer der jüngsten Unternehmer im Erzgebirgskreis, die Produktion. Bis auf 40 Beschäftigte soll die Belegschaft in naher Zukunft wachsen. Mit Inbetriebnahme der Feuerverzinkerei geht für die Unternehmerfamilie Metzner ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung. Bereits seit 13 Jahren sind sie im Gewerbegebiet Geyersdorf ansässig.

Die von John und Uwe Metzner gegründete IVB Umwelttechnik GmbH stellt unter anderem Abfallsammelbehälter in verschiedenen Größen und für die unterschiedlichsten Zwecke her, die Produktpalette ist groß. Sie werden durch Feuerverzinken haltbar gemacht. Da die IVB nach Angaben des Geschäftsführer Uwe Metzner führender Hersteller von Behältersystemen in Deutschland ist und Kunden in aller Welt beliefert, waren die bisher notwendigen langen und teilweise sehr umständlichen Transportwege ein Handicap, das nun beseitigt ist: Die Firma von Christian Metzner liegt praktisch vor der Haustür der IVB. „Eigentlich wollten wir schon vor Jahren eine eigene Feuerverzinkerei errichten, das Projekt war fertig“, erinnert sich Uwe Metzner. Damals scheiterte das Ganze an der Finanzierung. Nun endlich ist in einer Bauzeit von nur acht Monaten eine moderne Produktionshalle entstanden, in der neben bei der IVB hergestellten Behältern auch eine Vielzahl anderer Dinge verzinkt werden kann.

Dabei kommt es nicht auf die Mengen an – wenn jemand ein einzelnes Fenstergitter oder ein Spielgerät verzinkt haben möchte, ist dies ebenso möglich wie das Verzinken größerer Stückzahlen. Das Bad im 465 Grad heißem Zink dient dem Schutz vor Korrosion und macht so Dinge sehr lange haltbar, die sonst binnen kürzester rosten würden. So werden unter anderem die Halterungen von Verkehrsschildern, Autobahnleitplanken oder Geräte für Spielplätze verzinkt. Da das Erhitzen des Zinkbades sehr energieaufwändig ist, muss in der Annaberger Feuerverzinkerei in drei Schichten gearbeitet werden, So kann das Bad konstant bei seiner Betriebstemperatur gehalten werden.

Mehrere hunderttausend Euro investierte der Jungunternehmer allein in den Umweltschutz. Damit werden nicht nur die Mitarbeiter vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt, auch die Anlieger brauchen nichts zu befürchten, wie Christian Sieber vom städtischen Bauamt erklärt: „Die Grenzwerte für mögliche Emissionen werden weit unterschritten.“ Auch für die benachbarte Erzgebirgische Backwaren GmbH sei der neue Produktionsstandort unbedenklich, so Sieber – die Errichtung eines solchen Betriebes unterliegt nach seinen Worten strengsten Umweltauflagen, die zwingend eingehalten werden müssen, um die Produktion überhaupt starten zu können.

Christian Metzner hat insgesamt rund 4,5 Millionen Euro in seine Firma investiert. Er plant neben dem Ausbau der Mitarbeiterzahl auch, in der Zukunft einige Ausbildungsplätze zu schaffen. Damit setzt er eine gute Tradition der Unternehmerfamilie fort: Auch seine beiden älteren Brüder bieten in der IVB GmbH eine ganze Reihe von Ausbildungsmöglichkeiten an. Und neben der Annaberger Feuerverzinkerei wächst seit kurzen eine neue Werkshalle in die Höhe: Die IVB investiert in die Erweiterung ihres Standortes-und schafft damit ebenfalls noch einmal rund 25 Arbeitsplätze.

Freie Presse, 06./07.12.2008
 

Nachricht vom: 6.12.2008

Nicole Gräbner

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