Heiße Bäder lassen Rost keine Chance
Neu errichtete Feuerverzinkerei in Geyersdorf nimmt ihren Betrieb auf -
4,5 Millionen Euro in Standort investiert
Von einer „völlig neuen Branche im oberen Erzgebirge“ sprechen die Annaberg-Buchholzer Stadtväter, von einer „europaweit einzigartigen Technologie“ der junge Firmenchef: Im Geyersdorfer Gewerbegebiet hat die Annaberger Feuerverzinkungs-GmbH ihren Betrieb aufgenommen.
Nach knapp acht Monaten Bauzeit werden im Gewerbegebiet „An der Bleiche“ seit dieser Woche Metallerzeugnisse nicht mehr nur hergestellt, sondern auch veredelt. In Nachbarschaft des Entsorgungsbehälterherstellers IVB Umwelttechnik, der ebenfalls der Unternehmerfamilie Metzner gehört, ist mit der Annaberger Feuerverzinkungs-GmbH ein Unternehmen entstanden, das Großes vorhat.
Nach Investitionen im Umfang von rund 4,5 Millionen Euro sollen dort künftig nicht nur von IVB hergestellten Container, sondern auch Schlosserwaren und Sonderkonstruktionen anderer Hersteller mittels Feuerverzinkung für Jahrzehnte gegen Korrosion geschützt werden. Dazu erhalten die Stahlteile einen massiven metallischen Überzug. Dies geschieht, indem sie in eine mehrere hundert Grad heiße Schmelze aus flüssigem Zink eingetaucht werden.
„Wir erwarten einen europaweiten Kundenzuspruch“, gibt sich Seniorchef Andreas Metzner zuversichtlich. Als Geschäftsführer hält allerdings Sohn Christian die Fäden in der Hand. Mit gerade einmal 25 Jahren dürfte er ebenso wie seine beiden IVB engagierten Brüder zu den jüngsten Unternehmern im Freistaat zählen.
„Kaum hatten wir im Frühjahr unser Pläne öffentlich gemacht, stapelten sich bei mir auf dem Tisch die Bewerbungen“, erzählt der junge Mann. Um die 200 Anfragen dürften es am Ende wohl gewesen sein. Mit 18 Mitarbeitern schließlich läuft der Betrieb dieser Tage an, ab Dezember sollen gemäß der Unternehmensplanung in der Feuerverzinkerei 40 Beschäftige im Dreischichtbetrieb tätig sein.
Thomas Procksch, der Annaberg-Buchholzer Witschaftsbürgermeister, zeigte sich bei der Einweihung gestern beeindruckt vom Tempo, das bei der Investition vorgelegt worden sei. „Mitunter hatten wir als Verwaltung Probleme, da mit den notwendigen Formalitäten hinterherzukommen“, meinte er.
Großes Augenmerk wurde nach Aussage von Andreas Metzner aus die Auflagen zum Umweltschutz gelegt. Mehrere hunderttausend Euro habe man allein in spezielle Filteranlagen investiert. „Dadurch unterschreiten wir die zulässigen Emissions-Grenzwerte um 20 bis 40 Prozent“, versichert er.
Freie Presse, 26.11.2008
Nachricht vom: 26.11.2008
